Themen zur Weiterentwicklung
der Gefahrenzonenplanung

Hundert Experten aus Unternehmen, Berufskammern, Forschung, Gemeinden, Landesverwaltung und Politik arbeiten in 12 Themenfeldern an der Weiterentwicklung des Gefahrenzonenplans und an dessen Innovationspotenzial. Jeder Teilnehmer kann sich für einen Tisch anmelden, nach jeweils 20 Minuten gibt es die Möglichkeit, einen Tisch zu verlassen und sich einem anderen Tisch anzuschließen. Bei der Abschlussrunde wird ein Tisch-Report mit Best Practices und Verbesserungsvorschlägen für die Entwicklung der Gefahrenzonenplanung erarbeitet.

12 Tisch

Tisch 1 - Normative und verfahrensrechtliche Aspekte | Carlotta Polo
An diesem Tisch können die verfahrenstechnischen, inhaltlichen und formalen Aspekte der Eingliederung der Gefahrenzonenplanung in die Urbanistik-Pläne diskutiert werden. Weiters können die Auswirkungen des Gefahrenzonenplans auf Planungsentscheidungen und Projektierung vertieft werden.
Tisch 2 - Risiko-Kompatibilität von Immobilien | Pierpaolo Macconi
Eines der in den Landesgesetzen vorgesehenen Instrumente ist die Kompatibilitätsprüfung, ein von Naturgefahrenexperten erstelltes Gutachten, das die Kompatibilität eines Bauvorhabens mit der hydrogeologischen Gefährdung des Standortes nachweist; dieses Instrument hat noch einige kritische Punkte zu lösen.
Tisch 3 - Wie können der GZP und Gemeindezivilschutzpläne in Einklang gebracht werden? | Martin Eschgfäller
Werden die Möglichkeiten der Zivilschutzplanung ausreichend für ein erfolgreiches Naturgefahrenmanagement auf Basis der Gefahrenzonenplanung genutzt? Wissen die ausführenden Techniker über die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, sowie deren Möglichkeiten und Grenzen Bescheid?
Tisch 4 - Kommunikation mit der Bevölkerung | Maria Gasser-Fink
Obwohl der Zivilschutz und die damit einhergehenden Vorsorgemaßnahmen zu den wichtigsten Aufgaben einer Gemeinde zählen, ist es nicht immer leicht, in der Bevölkerung auf das entsprechende Verständnis zu stoßen. Wo liegen die Gründe dafür? Was können wir tun, um anschaulich zu machen, dass der Gefahrenzonenplan ein positives Instrument ist?
Tisch 5 - Vor- und Nachteile und Grenzen der GZP. Wie soll sie weiterentwickelt werden? | Volkmar Mair
In Ausarbeitung
Tisch 6 - Planung von Schutzmaßnahmen nach Genehmigung des GZP | Sandro Gius
Risikoanalyse, Maßnahmenkatalog, Ämter, Gemeinden, öffentliche Körperschaften, Private, Priorisierung, Kosten/Nutzen Analyse, strategische Infrastrukturen, benachteiligte Gebiete, Gesamtheitliche Schutzmaßnahmen versus Objektschutz, Versicherungen, Vorbehaltsflächen, Überlastfälle, Kompatibilitätsprüfungen, Revisionen
Tisch 7 - Bewertung von Schutzbauten im GZP | Claudia Strada
Es ist notwendig, dass die Wirkung von Schutzbauwerken für alle Naturgefahren vergleichbar ist. Sie muss für einen Zeitraum gültig sein, für den geeignete Instandhaltungs- und Kontrollpläne erforderlich sind. Als Schutzbauwerke sind solche zu verstehen, die zum Zeitpunkt der ersten Genehmigung des Plans bereits vorhanden waren, sowie solche, die zu einem späteren Zeitpunkt errichtet wurden, um die Gefahren zu minimieren.
Tisch 8 - Nutzung des GZP in der Gemeindebaukommission, Bautätigkeit, Raumplanung | Marco Molon
Immer mehr Gemeinden in Südtirol verfügen über einen genehmigten Gefahrenzonenplan. Verschiedenste Personen müssen diese Pläne lesen und interpretieren können. In diesem Tisch geht es anhand von konkreten Beispielen um den Umgang mit dem Plan in den Baukommissionen und um Fragen bezüglich der raumplanerischen Folgen der GZP.
Tisch 9 - Technische Grenzen und Potenzial bei der Untersuchung von Massenbewegungen | Joachim Dorfmann
Grenzen der Simulation von Massenbewegungen. Welcher Detailgrad ist bei der Untersuchung der Massenbewegungen im Zuge der Erstellung der Gefahrenzonenpläne sinnvoll? Zusammenhang zwischen der Genauigkeit der Eingabeparameter und der Ergebnisse. Können mit dem Gefahrenzonenplan angemessene Schutzmaßnahmen geplant werden?
Tisch 10 - Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen der Prüfung der Wassergefahren | Silvia Simoni
Die Analyse der Wassergefahren muss heute unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Technik in diesem Bereich, der Gesetze und sozialer und wirtschaftlicher Aspekte erfolgen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Resilienz der Bevölkerung, die in Wassergefahrenzonen lebt zu verbessern und auf der anderen Seite einen neuen Umgang mit der Natur zu finden: Wo sind Wasserschutzbauten sinnvoll und wo muss der Natur entsprechend Raum gelassen werden, um die Gefahren für die Bevölkerung möglichst gering zu halten.
Tisch 11 - Technische Grenzen und Potenzial bei der Untersuchung von Lawinengefahr | Matthias Platzer
Lawinen sind hinsichtlich der Gefahren, die von ihnen ausgehen, sehr komplex. Die genaue Abbildung in mathematischen Modellen ist schwierig. Mittlerweile stehen zahlreiche Simulationsprogramme für eine schnelle Ausweisung von Lawinengefahrenzonen zur Verfügung. Für die Gefahrenzonenplanung liegt das größte Potenzial in einer auf back analysis und fachlich korrekter Interpretation der Ergebnisse basierten Analyse.
Tisch 12 - Schutzfunktion des Waldes bei der Erstellung des GZP | Günther Unterthiner
Angesichts der Auswirkungen des Waldes auf die Minderung von Steinschlag, Lawinen und Schuttstrom sind 58% der Waldfläche (ca. 195.000 ha) in Südtirol als Schutzwald einzustufen. 24% der Südtiroler Waldbestände fungieren als Schutzwald, da sie Siedlungen, Verkehrswege und sonstige Infrastrukturen vor Naturgefahren schützen.

Das Projekt innoalptec (EFRE1060) ist durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert