Steinschlagschutz:
sicherheit für infrastruktur im berggebiet

Spannungsfeld Mensch – Berg – Technologie

In Berggebieten wie Südtirol wird das Thema Steinschlagschutz immer wichtiger. Steinschlag wird die Region auch in Zukunft verstärkt betreffen, sind sich Experten einig. Ereignisse wie der massive Felsabbruch im Jahr 2014 in Rungg bei Tramin zeigen, welche Kräfte durch Steinschlag ausgelöst werden können. Der größte der Felsbrocken, der den Freisinger Hof nur knapp verfehlte, hatte ein Volumen von 380 Kubikmetern.
40 Millionen Euro gibt das Land Südtirol jährlich für die Errichtung von Schutzwällen gegen Steinschlag aus. Neben Häusern oder Firmenstandorten müssen auch sensible Infrastrukturen wie etwa die Brennerautobahn geschützt werden. Eine wichtige Rolle spielt die stetige Weiterentwicklung der eingesetzten Materialien, die auf die neuen Herausforderungen angepasst werden. In Kombination mit einer vorausschauenden Gefahrenzonenplanung soll so Schaden für Mensch und Infrastruktur verhindert werden – auch wenn es 100-prozentige Sicherheit nicht geben kann.

Good Practice: Steinschlagschutz in Rungg bei Tramin

Im Jänner 2014 kam es in Rungg bei Tramin zu einem massiven Felssturz. Nach den Sofortmaßnahmen hat das Amt für Geologie und Baustoffplanung umfangreiche Schutzmaßnahmen geplant. Das Ergebnis sind zwei Erddämme, die das Siedlungsgebiet vor weiteren Steinschlägen schützen.

Das Know-how hinter dem Projekt
Der Errichtung von Schutzmaßnahmen gegen Steinschlag liegen viel Forschung und genaue Berechnungen zugrunde. Zuerst wurde das gesamte betroffene Gebiet mit Hilfe von Luftfotografie vermessen. Dann haben die Geologen die Belastbarkeit der Erddämme und die genauen Standorte mit Hilfe von modernen Simulationsprogrammen errechnet.
Die Technologie
Ein entscheidender Faktor im modernen Steinschlagschutz sind die eingesetzten Materialien wie z.B. Steinschlagnetze. Diese müssen stetig weiterentwickelt und an die neuesten Anforderungen angepasst werden. Das Unternehmen Maccaferri aus Bologna betreibt in Bozen ein Innovationszentrum, in dem unter anderen an der Entwicklung von Steinschlagnetzen gearbeitet wird. Eine eigene Maschine stellt Prototypen her. Mit Hilfe von wissenschaftlichen Studien soll die Belastbarkeit der Netze erhöht werden.

Experten in unserem Netzwerk:

  • Amt für Geologie und Baustoffprüfung
  • Maccaferri
  • Sarnertec
  • Pircher
  • Geologico
  • Heinrich Ausserer
  • Pixair
  • Betonform

Das Projekt innoalptec (EFRE1060) ist durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert