Innovatives monitoring von wildbächen

Spannungsfeld Mensch – Berg – Technologie

In den Alpen spielt der Schutz vor Wildbächen eine besonders wichtige Rolle im Naturgefahrenmanagement. Auch in Südtirol hat die Wildbachverbauung eine lange Tradition – Südtirols älteste Uferschutzmauer längs der Talfer in Bozen stammt aus dem Jahr 1239. Seit damals hat sich beim Schutz vor Wildbächen viel getan – neben modernen Verbauungen hat die professionelle und kontinuierliche Beobachtung von Wildbächen heute einen hohen Stellenwert.
Beim klassischen Monitoring von Wildbächen ging es lange darum, den Wasserstand und die Wassermenge zu messen – und darauf aufbauend Maßnahmen zu setzen. In den vergangenen Jahren stieg das Bewusstsein, dass auch die Beobachtung von Feststoffen, die Wildbäche mitführen, von großem Interesse ist. Unter anderem, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Wildbäche besser beurteilen zu können.

 

Good Practice: Das Projekt Aquased am Suldenbach

Der mehr als 21 Kilometer lange Suldenbach ist ein Zufluss der Etsch. Unterhalb von Prad mündet der Bach in den zweitlängsten Fluss Italiens. Der Suldenbach entwässert eine Fläche von 161 km² und weist als Gletscherbach eine hohe Geschiebeführung auf. Im Jahr 2012 haben die CISMA srl, die Mountain-eering srl des TIS Innovation Park in Zusammenarbeit mit der Universität Trient und der Freien Universität Bozen das Projekt Aquased aus der Taufe gehoben. Dafür wurde am Suldenbach eine hydrometrische Messstation installiert. Die Besonderheit: Sie misst nicht nur den Wasserstand und die Wassermenge, sondern auch den Transportfluss der Sedimente und die Flüssigstoffe.

Das Know-how hinter dem Projekt
Beim Projekt Aquased geht es darum, das klassische Wildbachmonitoring mit innovativen Instrumenten zusammenzuführen. Neben der technischen Lösung steht im Fokus, welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Feststofftransport in Wildbächen hat. Die Ergebnisse können unter anderem in die Modellierung von Maßnahmen einfließen.
Die Technologie
Am Suldenbach wurde im Rahmen von Aquased eine hydrometrische Messstation installiert. Sie misst den Wasserstand, die Wassermenge und den Transportfluss der Sedimente. Dafür wurden am Grund des Suldenbachs spezielle Platten angebracht. Unter jeder Platte befindet sich ein Geophon – ein Sensor, der die Vibrationsgeschwindigkeit der Platten aufzeichnet. Die Vibrationen und der entstehende Schall werden analysiert. So können die Experten abschätzen, wie viele Feststoffe der Bach mitführt.
Link: www.aquased.net

Experten in unserem Netzwerk:

  • CISMA
  • Mountain-eering
  • Freie Universität Bozen
  • Universität Trient
  • Autonome Provinz Bozen – Agentur für Bevölkerungsschutz – Landeswarnzentrum

Das Projekt innoalptec (EFRE1060) ist durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert