Gefahrenzonenplanung:
sensbilisierung als entscheidende faktoren

Spannungsfeld Mensch – Berg – Technologie

Die Stadt Klausen im mittleren Eisacktal kann mit einer der schönsten Altstädte Italiens aufwarten. Zwei Naturgefahren sind für die rund 5.200 Einwohner sowie die ansässigen Unternehmen von Bedeutung: Hochwasser und Steinschlag. Die Hochwassersituation prägen der Tinnebach und der Eisack. Darüber hinaus gibt es mehrere neuralgische Punkte, wenn es um Steinschlag geht. So ist die Gesteinsform des Säbener Berges sehr brüchig. Basis für alle Schutzmaßnahmen ist die Gefahrenzonenplanung. Besonders wichtig ist Bürgermeisterin Maria Gasser Fink dabei die Einbindung der Bürger und Bürgerinnen. Ihr Credo: „Laufende Kommunikation und Sensibilisierung sind entscheidend.”
 

Good Practice: Gefahrenzonenplanung
in der Stadtgemeinde Klausen

Auf dem Gemeindegebiet von Klausen sind Häuser und Betriebsstätten von Steinschlag gefährdet. Auf Grundlage der Gefahrenzonenplanung werden seit 2014 umfassende Maßnahmen umgesetzt – so werden unter anderem Steinschlagnetze errichtet. Außerdem setzen die Gemeinde und das Amt für Geologie auf das Monitoring von sogenannten Rutschzonen. Das Investitionsvolumen für die Maßnahmen liegt bei 2,5 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Arbeiten der Straßenverwaltung. Die Maßnahmen werden großteils im Jahr 2019 abgeschlossen werden. Beim Hochwasserschutz laufen derzeit die intensiven Planungen, hier soll der Startschuss 2019 erfolgen.

Das Know-how hinter dem Projekt
Die Bürger und Bürgerinnen hat die Stadt bei der Gefahrenzonenplanung von Anfang eingebunden: in Bürgerversammlungen und Einzelgesprächen mit Menschen, die konkrete Bauvorhaben hatten. Ziel war und ist es, Bewusstsein zu schaffen und die Bürger und Bürgerinnen für das Thema Naturgefahren zu sensibilisieren. Ein großer Stellenwert kommt auch der engen Abstimmung mit dem Zivilschutz zu. Denn Verbauungen können nicht vor allem schützen. Hier lautet die Devise: „Sensibilisieren statt Ängste schüren”.
Die Technologie
Technische Innovationen sind Bürgermeisterin Maria Gasser Fink wichtig. „Mit innovativen Projekten kann man die Begeisterung der Bevölkerung wecken.“ So sind beim Hochwasserschutz beispielsweise mobile Wände angedacht. Die Ideen liefern die zuständigen Planer. Eine wichtige Rolle als Impulsgeber spielen außerdem die Agentur für Bevölkerungsschutz und der Landesgeologe.

Naturgefahrenmanagement in den Gemeinden:
Innovationspotenziale

Eine der Kernaufgaben der 116 Südtiroler Gemeinden ist das Naturgefahrenmanagement. Dabei liegt der Fokus auf mehreren Schwerpunkten: So gilt es, bei der Bevölkerung Bewusstsein für die möglichen Gefahren zu schaffen. Ein wichtiges Instrument ist außerdem die Gefahrenzonenplanung. Darüber hinaus ist das Monitoring von gefährdeten Gebieten eine relevante Maßnahme – sowohl im Hochwasserschutz als auch beim Steinschlag oder bei Lawinen. Einen großen Beitrag zur Sicherheit von Menschen und Infrastruktur leisten technische Maßnahmen wie Steinschlagnetze, Lawinenverbauungen oder Hochwasserdämme.
In all diesen Bereichen liegen Potenziale für Firmen, die den Gemeinden innovative Lösungen anbieten können bzw. für die Gemeinden entwickeln.
Link: Event “10 Jahre GZP”

Experten in unserem Netzwerk:

  • in.ge.na.
  • mountain-eering
  • Ingenieure Patscheider & Partner
  • Amt für Geologie und Baustoffprüfung
  • Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung
  • Abteilung Forstwirtschaft
  • Agentur für Bevölkerungsschutz
  • EURAC – Remote Sensing
  • Kollegium der Geometer
  • Kammer der Geologen
  • Kammer der Agronomen und Forstwirte
  • Ingenieurkammer
  • Kammer der Architekten
  • Verband der Freiwilligen Feuerwehren

Das Projekt innoalptec (EFRE1060) ist durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert